Buch vorlesen lassen: Seiten fotografieren und anhören

Ja, das geht: Du fotografierst die Seiten deines Buches mit dem Handy, die App erkennt den Text und liest ihn mit einer natürlichen Stimme vor. Dabei wird die gerade gesprochene Stelle markiert, du kannst also mitlesen oder einfach zuhören. Es ist kein fertiges Hörbuch, sondern ein Hörbuch, das du dir aus deinem eigenen Buch selbst machst.

Für wen sich das lohnt

Viele Bücher gibt es nie als Hörbuch: ein Fachbuch aus dem Studium, ein alter Roman vom Flohmarkt, ein Ratgeber, ein Skript. Mit einer Vorlesefunktion wird daraus etwas, das du beim Spazierengehen, im Zug oder beim Kochen hören kannst. Auch wenn die Augen müde sind oder das Lesen länger dauert, als du möchtest, ist Zuhören eine Entlastung. Bei Legasthenie oder ADHS ist die Markierung eine Lesehilfe: Sie zeigt, wo die Stimme gerade ist. Eine Behandlung ist das nicht.

So geht es in der App

  1. Neues Buch beginnen. Wähle Kamera, um jetzt Seiten zu fotografieren, oder Fotos, wenn du schon Aufnahmen gemacht hast.
  2. Seite für Seite fotografieren. Die App findet die Seite im Bild und schneidet sie zu. Du kannst den Rahmen anpassen oder das Foto so lassen. Jedes Foto ist eine Seite; bis zu 50 Seiten passen in einen Import.
  3. Sprache und Stimme wählen. Nimm die Sprache der Seite, um sie so zu hören, wie sie gedruckt ist. Wählst du eine andere Sprache, wird die Seite zuerst übersetzt. Danach suchst du eine Frauen- oder Männerstimme aus.
  4. Auf Erstellen tippen und Play drücken. Nach kurzer Zeit liest die Stimme los, und die gesprochene Stelle leuchtet im Text.

Bessere Fotos, besseres Vorlesen

Die Qualität der Aufnahme entscheidet, wie gut der Text erkannt wird. Ein paar Gewohnheiten helfen sofort:

  • Leg das Buch flach hin, damit die Zeilen gerade sind. Bei dicken Büchern drückst du den Falz vorsichtig nach unten.
  • Sorge für gutes Licht ohne Schatten von deiner Hand oder dem Handy.
  • Fotografiere eine Seite nach der anderen, nicht die ganze Doppelseite auf einmal.
  • Bei glänzendem Papier kippst du das Buch, bis die Spiegelung aus dem Text verschwindet.
  • Lass die Kamera kurz scharfstellen, bevor du auslöst, und halte die ganze Seite im Bild.

Was nicht gut funktioniert

Die App liest Wörter, sie beschreibt keine Bilder. Ein Foto ohne Text bleibt stumm. Sehr kleine Schrift, verwackelte oder stark schräge Aufnahmen werden manchmal nicht erkannt. Das gilt auch für unleserliche Handschrift: Was du selbst kaum lesen kannst, erkennt die App meist auch nicht. Wenn eine Seite hartnäckig nicht klappt, kannst du ihren Text abtippen oder einfügen und über Text vorlesen lassen.

Ein langes Buch in Etappen

Ein Buch mit 300 Seiten fotografierst du nicht an einem Abend, und das musst du auch nicht. Mach dir Kapitel für Kapitel ein eigenes Buch, etwa „Kapitel 1–3“, und hör es auf dem Weg zur Arbeit. Das nächste Kapitel erstellst du, wenn du dort ankommst. So bleibt die Bibliothek übersichtlich, und du verlierst nicht den Faden. Zu einem bestehenden Buch kannst du später weitere Seiten hinzufügen.

Zuhören, so wie du es brauchst

Die Stimme lässt sich auf 0,5× verlangsamen oder bis 1,25× beschleunigen. Einen Satz, den du nicht verstanden hast, wiederholst du bis zu fünfmal. Wenn du lieber erst hörst und dann liest, blendest du den Text aus. Jedes Buch bleibt mit seinem Audio in deiner Bibliothek, es spielt im Hintergrund und bei gesperrtem Bildschirm, und erneutes Abspielen ist kostenlos.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Stell dir vor, du hast einen Roman aus dem Antiquariat, der nie als Hörbuch erschienen ist. Am Sonntagabend fotografierst du die ersten fünfzehn Seiten, nennst das Buch „Roman, Teil 1“ und wählst eine ruhige Männer- oder Frauenstimme. Am Montag hörst du es auf dem Weg zur Arbeit, ohne das Buch aus der Tasche zu holen. Abends machst du Teil 2. So wächst deine Bibliothek Stück für Stück, und alles, was du schon gehört hast, kannst du jederzeit kostenlos noch einmal abspielen.

Wer ein Buch nicht nur hören, sondern auch lernen will, etwa für eine Prüfung, markiert sich beim Zuhören die schwierigen Stellen und wiederholt sie einzeln. Dafür sind die Wiederholung eines Satzes und das langsamere Tempo gedacht.

Was es kostet

Die App ist kostenlos zu laden und zeigt keine Werbung. Ein paar Seiten sind zum Ausprobieren gratis, danach gibt es Seitenpakete oder Premium. Die Preise siehst du in der App. Ein Foto zählt als eine Seite.

Kurz gesagt

Wenn du ein Papierbuch lieber hören möchtest, brauchst du nur dein Handy und etwas Geduld beim Fotografieren. Das Ergebnis ist kein Profi-Hörbuch mit Sprecher, aber eine ruhige, gut verständliche Vorlesestimme, mit der du auch Bücher hören kannst, die es sonst nie zu hören gäbe.

Deine nächste Seite, laut vorgelesen.

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Fragen und Antworten.

Kann ich mir ein ganzes Buch vorlesen lassen?

Ja, Seite für Seite. Du fotografierst die Seiten, bis zu 50 auf einmal. Ist dein Buch länger, fügst du weitere Seiten später zum selben Buch hinzu.

Bringt die App eigene Bücher oder Hörbücher mit?

Nein. Outloud Reader ist kein Hörbuch-Shop. Die App liest vor, was du ihr gibst: Fotos von Seiten, ein PDF oder eingefügten Text.

Geht das ohne Internet?

Das Erstellen braucht Internet, weil Text erkannt und vertont wird. Danach spielt das Buch auch offline und mit ausgeschaltetem Bildschirm, und erneutes Abspielen kostet keine Seiten.

Kann ich die Aufnahme als MP3 speichern?

Nein. Das Audio bleibt in der Bibliothek der App und wird nicht als MP3-Datei exportiert.